Besondere Ereignisse


Polarlichter auf dem Chlosterfeld 10. Mai 2024

Europa erlebte am Tag des Astronomischen Frühlingsbeginns am 20. März 2015 eine grosse partielle Sonnenfinsternis, die in einem zwischen 406 und 487 Kilometern breiten Streifen zwischen Island und Norwegen für 2 Minuten und 47 Sekunden total verlief. In der Schweiz begann sich der Neumond zwischen 09:22 Uhr MEZ (Genf) und 09:27 Uhr MEZ (Ostschweiz) vor die Sonne zu schieben. Maximal wurden zwischen 10:30 Uhr MEZ und 10:36 Uhr MEZ fast 75 % des scheinbaren Sonnendurchmessers vom Mond bedeckt, was einer flächenmässigen Abdeckung von etwa 70 % entspricht. Um diese Zeit konnte man die Sonnenfinsternis in einer deutlichen Lichtveränderung wahrnehmen. Zwischen 11:41 Uhr MEZ (Region Genf) und 11:48 Uhr MEZ (Raum Bodensee) hat der Mond die Sonne wieder freigegeben. (Quellen: Swiss Acadamy of Sciences (SCNAT) und WIKIPEDIA).

Am Freitag 10. Mai 2024 war ich in der Dämmerung gerade mit dem Aufbau meines grossen Teleskops, einem Celestron CGEM 11 Edge HD mit einer CGX-Montierung, beschäftigt. Geplant war, während der ganzen Nacht Astrofotos der «Zigarren-Galaxie», Messier 82, aufzunehmen. Plötzlich bemerkte ich aber, wie sich der Himmel der Nordhemisphäre langsam rötlich verfärbte. Zuerst traute ich meinen Augen nicht, dann fragte ich mich, was denn das nun wieder bedeuten sollte. Für einen kurzen Augenblick kam mir der Gedanke, ob wohl Putin, dieser verdammte Kriegsverbrecher, eine gröbere strategische Atomwaffe auf Mitteleuropa abgeschossen hat. Dann wurde mir aber rasch klar, dass es sich dabei um Polarlichter handeln musste.

Später las ich, dass ein geomagnetischer Sturm der Klasse G4/G5 Polarlichter bis in die Schweiz brachte (gemäss einer Freundin waren sie sogar in Siena zu sehen). Der Spektakel war keineswegs von nur kurzer Dauer, sondern dauerte stundenlang Zuerst musste ich meine Kamera und das Stativ holen, dann konnte ich um 21:54 mit der ersten Aufnahme beginnen. Die dominierende Farbe war anfänglich eindeutig rot, später zeigte sich über dem Horizont ein gelblicher Streifen und schliesslich tauchten auch wandernde, grüne Flecken auf. «Beamer», wie die Fallstreifen genannt werden, waren vor allem zwischen 22:00 und 23:00 sowie zwischen 23:00 und 24:00 deutlich zu sehen. Um 23:59 nahm ich die letzte Aufnahme auf. Danach wurden die Polarlichter immer schwächer. Auch in der nächsten Nacht waren die Polarlichter noch wahrzunehmen, allerdings nur noch mit der Fotokamera und nicht mehr mit blossem Auge.

Um die Situation auf der Sonne in dieser Zeit etwas zu illustrieren, zeige ich zuerst einige Bilder der Sonne.

Aufnahme der Sonne im Weisslicht (12.5.2024). Zu sehen sind diverse Sonnenflecken, welche von der Penumbra umgeben sind.

Aufnahme der Sonne in der Wasserstoff-Alpha-Linie (656.3 nm) (19.5.2024). Schön zu sehen sind die Granulation, einzelne Flares, Sonnenflecken und am Rand Protuberanzen.

Aufnahme der Sonne in der Wasserstoff-Alpha-Linie (656.3 nm) (19.5.2024). Heftige Protuberanzen am Sonnenrand.

Aufnahme der Sonne im Weisslicht aus dem Internet. Die Aufnahme stammt vom selben Tag - dem 10.5.2024 - wie die unten folgenden Polarlichtaufnahmen auf dem Chlosterfeld.